stahles blau entfaltet ein heute noch.
der tag hat keine schlieren.
mit dem ersten licht das grauen unter der haut abtasten.
im warmen mantel gefrorene gedanken besuchen.
flanieren wo die seele mit den schatten um das tiefste schwarz feilscht.
sternenübersät spüre ich geborgenheit.
jo grimm
04.10.2006ich lege mich nieder.
zwischen all die fäden.
spüre haltlos grund.
festgezurrt im auf und ab der vor mir toten.
ich schau mich um.
trenne die augen von dem blick.
erkenne liegend vorgekautes.
erbricht sich immer fort in mich.
ich halte inne.
losgelassen fällt das nichts hinab.
gibt raum.
trägt auf goldenen händen mich hinüber.
Wann immer Seele eine Fläche findet,
prägt sich aus ihr ein endlos tiefer Raum,
dehnt sich haltloses Chaos wohlig aus.
Vielschichtig Geranztes drängelt sich,
noch vor die Sinne drückt es an die Oberfläche.
Der Geist beruhigt, lässt abreißen, überlässt der
Selbstvergessenheit, dem Lebendigen ein blutumträntes
Schlachtfeld.
Auf der Stelle klebend, wird Inneres dem Totumzäunten
entrissen. Folgt eine Hand ohne Ziel einem Weg,
der niemals zuvor beschritten,
mit Aussicht die trägen Schatten scheucht.
Wird ahnbar, was immerfort dem tiefsten Selbst den
Drang, die Neugier stahl.
Die Sehnsucht, die hofft, erneut verführt zu werden.
Und immer da, die bald zärtlich hilflose Suche
nach dem Einem.
Jo Grimm
23.09.2006